Technologie
Allgemeine
Informationen zur Mischbauweise im
Betonfertigteilbau
Bauen mit
teilweise vorgefertigten Wand- und
Deckenelementen
Die Mischbauweise
basiert auf der Verwendung teilvorgefertigter
Wand- und Deckenelemente, die im
Fertigteilwerk nach Maß hergestellt und dann an
die Baustelle geliefert werden. Die Elemente
stellen sozusagen die "Schalung" dar,
in die bereits die erforderliche Bewehrung im
Fertigteilwerk eingebaut wurde. Die Elemente
werden an der Baustelle mit dem Kran versetzt und
nach Einbringen der erforderlichen Stoßbewehrung
an den Plattenstößen, Wandecken und Wandanschlüssen
mit Ortbeton vergossen. Der fugenlose Ortbeton
verbindet alle Teile zu einem monolithischen
Ganzen.
Statisch-konstruktive Überlegungen
Ähnlich wie im
Stahlskelettbau, wo die lasttragenden Stützen übereinander
stehen müssen, werden bei der Mischbauweise die
tragenden Betonwände übereinanderstehend
angeordnet. Die Geschoßdecken werden als starre
Scheiben ausgebildet, so daß sie die Windlasten
auf die vertikalen Wände übertragen. Die
tragenden Wände werden untereinander durch
rechtwinklige Anschlüsse ausgesteift, so daß
insgesamt ein sehr raumstabiles Gesamtsystem
entsteht.
Die nichttragenden Innenwände und die Fassaden können
nach örtlichen oder individuellen
Gesichtspunkten frei gestaltet werden.
Herstellung der teilvorgefertigten Elemente
Heutzutage ist es
möglich, sowohl Wand- als auch Deckenelemente
vollautomatisch im Betonfertigteilwerk
vorzufertigen. Integrierte Fertigungsanlagen für
Deckenplatten und Wandelemente werden heute in
Umlaufverfahren realisiert, die es erlauben, auf
den Umlaufpaletten wahlweise einschichtige
Deckenplatten oder zweischichtige Wandplatten in
einer kompakten Anlage zu fertigen.
Bei solch modernen Umlaufanlagen erfolgt das
Bewehren, Betonieren, Verdichten und Härten
immer an der gleichen, speziell dafür ausgerüsteten
Stelle. Das steigert die Produktivität. Die
Paletten werden automatisch in einer Härtekammer
bis 15-fach übereinander gestapelt. Dadurch kann
die Eigenwärme aus dem Hydrationsprozess genutzt
werden. Das spart Energiekosten.
CIM - Computer Integrated Manufacturing
In vielen Werken
werden die Plattenelemente bereits nach der CIM -
Methode hergestellt. Das heißt im technischen Büro
werden die Projekte unter Einsatz eines
speziellen Softwarepakets digital erfaßt und in
ein Computer-System (PC-Standard) eingegeben. Das
System erarbeitet zunächst die Plattenpläne
einschließlich der Montagepläne für die
Baustelle, dann die abgeleiteten Produktionsdaten
für Beton und Stahl. Über einen Leitrechner
wird die gesamte Fabrik Einmeßstation,
Bewehrung, Betonieren, Härtekammer - on-line mit
den Produktionsdaten versorgt und angesteuert.
Durch dieses CIM - Konzept wird erreicht, daß
vom Architekten individuell entworfene Gebäude
fast ebenso rationell gefertigt werden können
wie monotone Standardtypen.
Transport
Während
totalvorgefertigte, großformatige Fertigteile
aufgrund ihres hohen Gewichtes sehr schwere und
damit teure Hebegeräte und
Spezialtransportfahrzeuge benötigen, können die
teilweise vorgefertigten Elemente der
Mischbauweise mit relativ leichten Hallenkränen
und üblichen Hochbaukränen bewegt werden.
Für den Transport auf der Straße genügen
normale LKWs. Das Gewicht der teilvorgefertigten
Elemente liegt bei nur ca. 25% (Deckenplatten)
bzw. ca. 50% (Wandplatten) im Vergleich zu ganz
vorgefertigten Elementen. Dadurch kann pro Ladung
wesentlich mehr ,,Fläche" transportiert
werden, mit der Folge, daß ein Werk einen größeren
Radius beliefern kann.
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Montage Das
Problem der Fugen in Decken und Wänden
beim reinen Fertigteilbau mit gänzlich
vorgefertigten Teilen ist allgemein
bekannt. Es sind Spezialisten
erforderlich, unerfahrene Arbeitskräfte
schrecken vor dem Problem zurück. Nicht
so bei der Mischbauweise: Durch den
Ortbetonverguß werden alle Teile
problemlos und fugenlos miteinander
verbunden.
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Zeit- und Kostenvorteile
Der wesentliche
Vorteil in der Mischbauweise mit teilweiser
Vorfertigung liegt in der sinnvollen Aufteilung
der Funktionen auf das Fertigteilwerk einerseits
und auf die Baustelle andererseits. Die
komplizierten Funktionen des Schalens und des
Bewehrens werden in das Fertigteilwerk verlegt, während
der größte Teil des Betons an der Baustelle
eingebracht wird. Die Baustellenorganisation wird
dadurch enorm vereinfacht.
Bauen in der
Mischbauweise heißt: Elemente versetzen -
Betonieren - Fertig
Ein zusätzlicher,
sehr wichtiger Zeit- und Kostenvorteil des
Systems ergibt sich daraus, daß die Wände
beidseitig und die Deckenelemente unterseitig
absolut glatt und eben sind. Deshalb muß nicht
in herkömmlicher Weise verputzt werden. Es
werden nur die Fugen gespachtelt, dann kann die
ganze Fläche z. B. mit einem aufgespritzten
Farbanstrich versehen werden.
Schlußfolgerungen
Das System der
Mischbauweise beseitigt praktisch alle
Schwierigkeiten, mit denen der Fertigteilbau mit
ganz vorgefertigten Elementen bisher behaftet war.
Durch integrierte Fertigungsmethoden für
teilvorgefertigte Wand- und Deckenplatten, ist
der entscheidende Durchbruch für die
fertigungstechnische Industrialisierung des
Systems gelungen.
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